DIE WELT: "Privatpatienten werden bevorzugt behandelt"
Nach aktuellen Berichten in der WELT weisen Ärzte Kassenpatienten zunehmend ab und behandeln Privatpatienten bevorzugt.
Grund sei das viel zu geringe Budget, das von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) für die jeweiligen Leistungen an die Ärzte überwiesen würde. Im Durchschnitt müßten vor allem Fachärzte zum Quartalsende 20 bis 30 Prozent der medizinischen Leistungen ohne Bezahlung erledigen, so die Welt. Eine Sprecherin der KV bestätigte, daß dies zu immer mehr Ablehnungen führe.
Privatpatienten werden dagegen bevorzugt behandelt. Die WELT wählte 21 Fachärzte in Berlin aus und überprüfte die Terminvergabe in Testanrufen. Zwischen den angebotenen Terminen für die privatversicherte Testperson und die Kassenpatienten lagen bis zu anderthalb Monate. Besonders deutlich wurde das am Beispiel einer Augenärztin: Während der mutmaßlichen Kassenpatientin ein Termin frühestens Ende August avisiert wurde, erhielt die Privatpatientin mit dem gleichen Anliegen einen Termin am 26. Juli. In einem anderen Fall bot eine Orthopädie-Praxis der Privatpatientin für sofort einen Termin an; für die Kassenpatientin dagegen gab es erst am 8. August einen Termin.
Wer privat versichert ist, kann die medizinische Behandlung rechtzeitig ohne lange Wartezeiten beginnen und erhält hochwertige medizinische Leistungen.
